Pia Unke - 07.Jan.2021


Die Digitalisierung macht die Welt besserDigitalisierungsexperte Dr. Tim Dührkoop im Interview mit ServiceOcean

Dr. Tim Dührkoop

Dr. Tim Dührkoop ist Digitalisierungsexperte, Client Service Director für Finanzdienstleistung der Digitalagentur Namics Schweiz, Gründer und Lizenzinhaber von TEDxZurich und nicht zuletzt Investor bei ServiceOcean. Seine Mission: Die Digitalisierung und ihre Potenziale von Großunternehmen optimal ausschöpfen. Sein Antrieb: Der Glaube an das Potenzial digitaler Medien. Wenn sich das Digitalisierungsthema in der Gesellschaft etabliert, wird die Welt besser. Wie genau Tim Dührkoop die Welt mit seinem Digitalisierungs-Know-how und seinen Investments verbessert, erzählt er im Interview mit ServiceOcean:

Du erstellst Digitalisierungsstrategien für Großunternehmen. Was sind deiner Meinung nach die Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Digitalisierung in Großunternehmen?

Die konsequente Auseinandersetzung mit dem Bedürfnis des Endkunden führt zum Erfolg: Wichtig ist, sich in den Endkunden hineinzuversetzen, seine Herausforderungen zu erkennen und diesen gerecht zu werden.

Die Grundaufgabe ist seit Jahren konstant: Wir wollen die Digitalisierungspotenziale unserer Kunden optimal ausschöpfen und denken aus Endkundensicht.

Was ist der größte Unterschied zwischen der Digitalisierung eines Großunternehmens und der Digitalisierung eines Start-ups?

Bei einem Start-up fängt der Digitalisierungsprozess auf einem weißen Blatt Papier an. Man ist nicht an bestehende Produkte, technische Infrastrukturen und bestehende Kundenbeziehungen gebunden. Startups können so schneller und effizienter ans Ziel kommen.

Bei Großunternehmen ist das anders. Wenn eine Technologie, ein Produktlebenszyklus oder eine Organisation bereits über eine gewisse Zeit läuft und sich etabliert hat, dann bestehen Abhängigkeiten, die beachtet werden müssen. Hier muss man viele Kompromisse eingehen und härter an Verbesserungen arbeiten. Das macht Innovation in Großunternehmen schwierig und teuer.

Beide Formen machen mir viel Spaß. Großunternehmen bestimmen unseren Alltag sehr stark. Wenn wir Prozesse, wie zum Beispiel Bahnfahren oder Geld abheben digitalisieren können, helfen wir sehr vielen Menschen – das ist genauso viel wert, wie wenn man etwas komplett Neues und Innovatives schafft.

Welchen Beitrag hat die Covid-19 Pandemie zur Digitalisierung geleistet?

In alteingesessenen Großunternehmen, Schulen und Organisationen, in denen Veränderungen schwierig ist, wurden aufgrund der Pandemie viele Prozesse schneller durchgeführt als geplant. Die Pandemie hat bereits vorhandene Veränderungsprozesse stark beschleunigt. Interessant ist übrigens, dass ich in der Pandemie bisher wenig fundamental neue digitale Werkzeuge gesehen habe – es werden einfach bestehende Tools mehr genutzt und schneller verbessert.

«Agiles Arbeiten» – nur ein Modebegriff oder essenziell für die digitale Transformation?

Mit einer agilen Arbeitsweise geben wir Menschen Gestaltungsmöglichkeiten und Verantwortung – und die Möglichkeit, ihre Arbeitsrealität zu gestalten. Nicht der Chef sagt, was getan werden muss, sondern das Team entscheidet gemeinsam die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem Ziel. Dies entspricht im Sinne von Eigenverantwortung und Hands on Mentalität sehr meinem Menschenbild und mobilisiert die Teams zu Leistung.

Besonders in einem veränderungsreichen, digitalen Umfeld führt agiles Arbeiten auch zu viel besseren Resultaten. In klassisch organisierten Projekten hängt man der Illusion nach, dass sich weder das Projekt noch das Umfeld oder die Kundenbedürfnisse ändern, und zwar für ein ganzes Jahr, oder wie lange das Projekt auch immer dauert. Mit agilen Methoden erkennt man an, dass es Veränderungen gibt und baut diese natürlich in den Projektalltag ein. Insbesondere testen wir Arbeitsergebnisse im Projekt früh mit wenigen Kunden und passen dann die Planung an. Das macht Projekte besser und billiger.

Natürlich muss die moderne Arbeitsmethode in das Gesamtbild eines Unternehmens passen. Konflikte entstehen, wenn ein Unternehmen die Digitalisierung nur in Randbereichen lebt, die ganze restliche Organisation aber noch klassisch funktioniert. Das Thema muss sich bis ins oberste Management ziehen.

Du bist ein Teil des Beirats und Investor von ServiceOcean. Was reizt Dich an unserem Unternehmen?

Mich reizt die Idee, die Servicewelt neu zu gestalten. ServiceOcean bietet die Möglichkeit, super frustrierende Call Center Warteschleifen zu umgehen und schafft eine gute Lösung, den Endkonsumenten einen besseren Zugang zu ihrem Anbieter, sei es einer Bank, einer Versicherung oder einem Energieversorger, zu geben. Wir waren alle schon einmal in solchen Warteschleifen, und ich finde es super, dass ServiceOcean solche frustrierenden Erlebnisse reduzieren kann.

Aber auch Unternehmen haben enorme Vorteile: Die Software braucht sowohl bei Großunternehmen als auch bei Mittelständlern keinen riesigen Software-Release und ist extrem einfach und elegant in die Unternehmenslandschaft zu integrieren.

Schnelle Erreichbarkeit und kompetente Beratung sind die Schlüsselfaktoren von ServiceOcean. Nicht zuletzt gefällt mir das ServiceOcean Team, das bislang einen großartigen Job macht. Ich sehe viel Potenzial für den Wachstum dieses Startups.

Kommen wir nun zu deinem eigenen Unternehmen. Du warst 1997 der siebte Mitarbeiter bei Namics. Heute hat das Unternehmen 550 Mitarbeiter. Was macht ein erfolgreiches und nachhaltiges Wachstum aus?

Wir waren nie auf den schnellen, kurzfristigen Erfolg aus. Es braucht ein gewisses Maß an Nachhaltigkeit – nur dann entstehen langfristige Kundenbeziehungen und der Aufbau einer positiven Reputation.

Darüber hinaus verzeichnet der Digitalisierungsmarkt seit 25 Jahren ein extrem starkes Wachstum. Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort und haben mit den richtigen Strategien ein langfristiges Wachstum erzielt.

Zum Abschluss habe ich eine persönliche Frage. Was treibt dich in Sachen Start-ups und Finanzierung an?

Zum einen glaube ich an das Potenzial digitaler Medien. Wenn sich das Digitalisierungsthema in der Gesellschaft weiter etabliert, Menschen Zugang zu Informationen haben, einfacher mit ihrer Umwelt interagieren können, wird die Welt besser.

Bei den Investments interessiert mich neben dem finanziellen Investment auch das Weitergeben von Wissen und Erfahrungen. Ich freue mich, die nächste Generation von Unternehmern begleiten zu dürfen. Die Erfahrungen, die ich bei Namics gesammelt habe, gebe ich gerne weiter.

Generell motiviert es mich, gute Leute zu coachen und diese weiterzubringen und ich freue mich sehr, dass ich dem ServiceOcean Team als Investor und Beirat ein bisschen dienen kann.

Über Namics

Wie bei der Entwicklung neuer Produkte steht auch bei Namics selbst der Mensch im Mittelpunkt. Fachlich wie menschlich sind wir als Fullservice-Digitalagentur breit aufgestellt, wir feiern Diversität, Querdenken, aber auch Bewährtes. Bei uns arbeiten Expert/innen aus allen Bereichen zusammen. Interdisziplinär wird gross geschrieben.  An sechs Standorten kommen bei Namics über 550 Mitarbeiter/innen zusammen – da wird es natürlich bunt. Eines verbindet uns alle: Die Freude, gemeinsam starke digitale Projekte zu erschaffen.

Über TEDxZurich

TEDxZurich is a non-profit initiative (Swiss Verein) and operates Zürich-based TEDx events under a license from TED, in particular the annual TEDxZurich conference with up to 500 selected participants and inspiring speakers from all over the world who gather for a day of wonder, inspiration and awe.

Über ServiceOcean

ServiceOcean steht seit 2013 für eine neue Erreichbarkeit im digitalen Zeitalter. Innovative Softwarelösungen verbessern Kennzahlen und ersetzen Warteschleifen im Service Center, Kaltanrufe im Vertrieb und Wartezeiten vor Ort durch intelligente Termine. Die flexible Gesamtlösung funktioniert auslastungsbasiert, vollautomatisch, minutengenau und benötigt keine Schnittstelle. Unternehmen profitieren von den besten Kennzahlen bei der Erreichbarkeit, einer hohen Kosteneffizienz sowie begeisterten Kunden und Mitarbeitern. Der mehrfach ausgezeichnete Innovationsführer wächst an den Standorten in St. Gallen und Köln.